Europäische Initiative für Künstliche Intelligenz

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600 Experten für Künstliche Intelligenz unterzeichnen Aufruf für europäische Initiative

600 führende Experten für Künstliche Intelligenz haben ein Schreiben veröffentlicht, mit dem sie die europäischen und nationalen Entscheider auffordern, ihre Unterstützung für Forschungsexzellenz und Innovation in der Künstlichen Intelligenz (KI) drastisch zu erhöhen. Künstliche Intelligenz wird die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, grundlegend verändern, so die Argumentation der Forscher. Sie fordern die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, die die menschliche Intelligenz ergänzt, anstatt sie zu ersetzen.

Unter den Unterzeichnern sind Spitzenforscher aus 20 europäischen Ländern, aus allen Bereichen der KI, darunter Vorsitzende nationaler KI-Gesellschaften, Leiter von Spitzenforschungsinstituten und viele Herausgeber wissenschaftlicher KI-Zeitschriften. Ab sofort können weitere Unterstützer den Brief auf claire-ai.org elektronisch unterschreiben. In ihrer Erklärung argumentieren die Experten, dass die Forschung zur Künstlichen Intelligenz für die Zukunft Europas von entscheidender Bedeutung ist. „Wir leben in einer wissensbasierten Welt“, sagt Holger Hoos, Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Leiden und einer der Initiatoren. „Wissen und Intelligenz sind die wertvollsten Ressourcen in jeder Gesellschaft. Daher sind Investitionen in Forschung und Bildung klug. Investitionen zur Erforschung und Lehre der Künstlichen Intelligenz sind doppelt klug: Sie steigern die Intelligenz von Menschen und Maschinen.“

Die USA, China und Kanada investieren kräftig. Im vergangenen Jahr kündigte die chinesische Regierung ein Programm an, das darauf abzielt, bis 2030 die Spitzenstellung in allen Bereichen der Künstlichen Intelligenz zu erlangen.  Am 10. April 2018 unterzeichneten 25 europäische Länder die Zusage, die Finanzierung und Koordination der KI-Forschung zu erhöhen, zwei Wochen später veröffentlichte die Europäische Kommission erste Pläne zur Finanzierung von KI-Forschung und Innovation mit rund 20 Milliarden Euro.

„Diese Investition ist für Europa enorm wichtig“, sagt Prof. Philipp Slusallek, wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem weltweit größten KI-Forschungszentrum. „Aber wir sollten sie smart nutzen. Die Unterzeichner dieser Erklärung halten es für notwendig, in die Forschungsexzellenz in allen Bereichen der Künstlichen Intelligenz in ganz Europa zu investieren.“ Die Initiative fordert die Gründung einer Konföderation der Laboratorien für Künstliche Intelligenz-Forschung in Europa (CLAIRE). Ein großer zentraler Knotenpunkt stellt Forschungsinfrastruktur, Daten und Computing-Ressourcen zur Verfügung, die ansonsten unerreichbar wären, und macht sie regionalen Exzellenzzentren und allen anderen Partnern zugänglich.

„Die Industrie in vielen europäischen Ländern ist sehr gut positioniert, um die KI-Technologie einzusetzen“, sagt Morten Irgens, Vizerektor an der Metropolitan University Oslo. „Die Frage ist, ob das eine anderswo entwickelte Technologie oder eine KI ‚Made in Europe‘ sein soll, die auf europäischen Werten wie Transparenz, Fairness und Sozialverträglichkeit basiert.“

Die vollständige Pressemitteilung auf Englisch finden Sie hier.