„AI in Health: French-German perspectives“

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„AI in Health“ – Französische und deutsche Perspektiven auf Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen

Gemeinsam mit der Französischen Botschaft lud das Smart Data Forum am 5. November hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Politik aus Deutschland und Frankreich in seinen Berliner Showroom ein, um unter dem Titel „AI in Health: French-German perspectives“ gemeinsam Perspektiven auf Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen zu diskutieren. Begrüßt wurden die rund 200 Gäste von Prof. Thomas Wiegand, Direktor des Fraunhofer Heinrich Hertz Instituts, und von der französischen Botschafterin in Deutschland Anne-Marie Descôtes. Im Anschluss eröffnete Dr. Thomas Gebhart, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit die Veranstaltung.

Unter der Fragestellung wie KI die Patientenbetreuung verbessern kann, wurden im ersten Panel der Veranstaltung insbesondere die politischen Rahmenbedingungen diskutiert. Das zweite Panel beschäftigte sich mit der Frage wie KI den Kampf gegen Diabetes unterstützen kann. Im dritten Panel diskutierten drei Startup-Vertreter die Frage, wie KI als Diagnoseinstrument genutzt werden könnte und das vierte Panel thematisierte den Einsatz von KI für die Genomanalyse. Weitere spannende Einblicke gaben die Vorträge von Prof. Robert Gütig von der Charité zum Thema „Learning across space and time in spiking neural networks“ und von Prof. Laurence Devillers zu ethischen Aspekten von KI im Gesundheitswesen.

Im Verlauf der ganzen Veranstaltung wurde immer wieder deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft mit der Politik notwendig und gewünscht ist. Im ersten Panel mit einem Vertreter des Gesundheitsministeriums bestand große Einigkeit zwischen den Teilnehmern der Podiumsdiskussion bei der Problembeschreibung: Das Gesundheitssystem wird sich in den nächsten Jahren aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung grundlegend verändern, mit ganz neuen Anforderungen an Ärzte und Erwartungen von Patienten. Für ein leistungsfähiges Medizinsystem müssten außerdem mehr Gesundheitsdaten ausgetauscht werden, denn nur so seien Fortschritte im Bereich von Diagnose und Behandlung möglich.

Die Frage nach dem Austausch von Daten kam an verschiedenen Stellen an diesem Nachmittag erneut zur Sprache. Denn ohne gute Daten könne keine KI entwickelt werden. Die Daten im Gesundheitswesen werden jedoch aufgrund ihrer hohen Sensibilität oft in Silos gespeichert. Diese müssten aufgebrochen werden, ohne den Datenschutz der Patienten zu beeinträchtigen. Denn – auch darauf kamen mehrere Vortragende zu sprechen – der hohe Datenschutz, anders als in den Vereinigten Staaten oder in China, sei unbedingt zu erhalten.  Es müssten jedoch Wege entwickelt werden, wie mehr Daten genutzt werden können und eine interessante Idee in diese Richtung wäre die ‚Datenspende‘ von Patienten, die so selbstbestimmt Gesundheitsdaten der Forschung zur Verfügung stellen könnten.

Eine grundlegende Sorge wurde von verschiedenen Podiumsteilnehmern mit besonderem Nachdruck adressiert: Es fände ein massiver Brain-Drain statt – zum einen von der Forschung in die Industrie und zum anderen von Deutschland ins Ausland. Die großen Technologieunternehmen in den Vereinigten Staaten hätten mit ausgesprochen attraktiven Arbeitsbedingungen schon viele herausragende Köpfe abgeworben. Dies wurde von den Startup-Vertretern bestätigt, für die es zunehmend schwierig sei, Talente anzuwerben.

Im Ergebnis gingen aus der Veranstaltung viele deutliche Handlungsempfehlungen und Impulse hervor. Dieser Tag zeigte, dass es zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Diskussionen gibt und eine enge Zusammenarbeit von deutschen und französischen Partnern auch in Zukunft fortgesetzt werden sollte.

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Diese Veranstaltung wurde ermöglicht durch:

© Ambassade de France en Allemagne

Prof. Thomas Wiegang begrüßt die Veranstaltungsgäste.

© Ambassade de France en Allemagne

Die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Descôtes.

© Fraunhofer HHI

Der Projektleiter des Smart Data Forum, Dr. Jack Thoms, im Gespräch zwischen den Panels.